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DRK Kreisverband Grevenbroich im Einsatz anlässlich Bombenfund vom 02.08.2017 in Grevenbroich Noithausen

Bei Sondierungsarbeiten auf einem Sportplatz in Grevenbroich Noithausen wurden drei Bomben aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt, die umgehend zu entschärfen waren. Der Kampfmittelräumdienst empfahl der Stadt Grevenbroich daher am 02.08.2017 in einem Radius von 500 Metern um die Fundstelle die betroffenen Anwohner für die notwendige Entschärfung der Blindgänger zu evakuieren und die Anwohner in einem Radius von 500 bis 1000 Metern zu veranlassen, während der Entschärfung die Wohnungen nicht zu verlassen. Zusätzlich erfolgten umfangreiche Sperrungen von Zufahrtsstraßen, auch der Bahnverkehr wurde unterbrochen.

In der Evakuierungszone war von ca. 1.700 zu evakuierenden Anwohnern auszugehen. Eine unbekannte Anzahl nicht gehfähiger Personen wurde vermutet. Die Evakuierung von besonderen Gebäuden (Krankenhäuser, Wohnheime, Schulen, Kindergärten, etc.) war nicht zu erwarten.
Die Stadt Grevenbroich entschloss sich für eine unverzügliche Evakuierung für Mittwoch, den 02.08.2017 ab 14.30 Uhr. Als Sammelstelle für Anwohner, die keine Ausweichmöglichkeit zu einer auswärtigen Unterbringung während der Entschärfung haben könnten, wurde die Mensa der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule an der Hans-Sachs-Straße vorgesehen.

Die Zugführer des DRK Kreisverband Grevenbroich wurden um ca. 12.30 Uhr alarmiert. Der Einsatzstab des DRK Kreisverband Grevenbroich begann nach Erteilung des Auftrages die Stadt Grevenbroich während der Evakuierung und der Entschärfungsarbeiten zu unterstützen sofort mit einsatzvorbereitenden Maßnahmen.

So wurde die Möglichkeit auf Unterstützung zum Transport von nicht gehfähigen Personen und von zusätzlichen Rettungsmitteln der umliegenden DRK Kreisverbände abgefragt; wenn die vom Rheinkreis Neuss ebenfalls alarmierten Kräfte der SEG Rettungsdienst (MHD und JUH), die Transportkapazität der Sanitätsgruppen der Einsatzeinheiten und des Regelrettungsdienstes nicht ausreichen sollten. Gegen 13.30 Uhr wurden die Einsatzeinheiten des DRK Kreisverband Grevenbroich im Rheinkreis Neuss alarmiert.

Die erste und die zweite Einsatzeinheit im Katastrophenschutz des Rheinkreis Neuss waren in zwei Wellen einsatzbereit. Mit im Einsatz war ein DRK Arzt.
Zeitgleich organisierte der Einsatzstab im DRK Kreisverband Grevenbroich Getränke, kleine Snacks und Hygieneartikel zur Ausgabe an Anwohner und Einsatzkräfte.

Die DRK Einsatzkräfte kamen aus den DRK Bereitschaften Dormagen, Grevenbroich, Kaarst-Büttgen, Korschenbroich und Wevelinghoven und vom DRK Kreisverband Grevenbroich. Dabei wurden sie von den Kameradinnen und Kameraden aus dem DRK Kreisverband Neuss unterstützt. Der DRK Kreisverband Köln sagte 10 Rettungsmittel für den Transport bettlägeriger Personen zu. Der DRK Kreisverband Heinsberg sagte Fahrzeuge für den Transport von Personen mit Rollstuhl zu.
Insgesamt waren 66 DRK Helfer/innen im Einsatz, davon 10 Helfer/innen aus dem DRK Kreisverband Neuss. Die DRK Kräfte nutzten dabei ca. 30 Einsatzfahrzeuge.

Nach der Alarmierung stellten die alarmierten Einsatzkräfte die Einsatzbereitschaft sehr kurzfristig her. Aufgrund der sehr engen Zeitspanne zwischen Alarmierung und vorgesehenem Beginn der Evakuierung rückten die Einsatzkräfte dezentral von ihren Standorten direkt zur Gesamtschule auf der Hans-Sachs-Straße aus, da aufgrund von Presseveröffentlichungen bereits um 13.00 Uhr die ersten Anwohner am Schulgelände sichtbar waren.

 

Nach Erreichen der Gesamtschule richteten die DRK Einsatzkräfte die Schule für die Anwohner ein:
-    Einrichtung einer Ausgabestelle für Getränke und Snacks in der Schul-Mensa
-    Einrichtung eines Sanitätsraumes
-    Einrichtung einer Anlaufstelle mit Registrierung der Anwohner
-    Aufbau eines Aufenthaltszeltes
-    Einrichtung einer Wasserstation für von Anwohnern mitgeführter Tiere
-    Einrichtung einer Ruhezone für die Anwohner
-    Aufbau von Absperrungen, Personenleitbeschilderung in und um die Schule

Zusätzlich stellte das DRK Kreisverband Grevenbroich eine Verbindungsperson des Führungsdienstes für den Einsatzstab der Stadt Grevenbroich und seinen Einsatzleitwagen1 für die eigene Einsatzführung und einen Einsatzstab in der Kreisgeschäftsstelle für Hintergrunddienste.
Die Sanitätsgruppen der Einsatzeinheiten übernahmen Transportaufgaben für nicht gehfähige und kranke Anwohner.

Der Techniktrupp der Einsatzeinheiten richtete die technische Versorgung der Einsatzkräfte mit Energie und Licht ein.

Nach Abschluss der Evakuierung der Sperrzone wurden in der Mensa durch die Einsatzkräfte ca. 50 Personen, darunter auch einige Kinder, betreut und mit Getränken / Snacks versorgt. Die Helfer/innen beantworteten auch bereitwillig Fragen der Anwohner, die sich ruhig und unaufgeregt auf dem Schulgelände und im Schulgebäude aufhielten.

Aus der Sperrzone waren nur vereinzelt Personen durch das DRK zu transportieren, daher kamen weitere Kräfte, die einsatzbereit bereitstanden, nicht zum Einsatz.
Gegen 17.00 Uhr begann die Entschärfung der Blindgänger. Etwa eine Stunde später konnte den anwesenden Anwohnern mitgeteilt werden, dass die Entschärfung geglückt ist und eine Rückkehr in die Wohnungen der Sperrzone möglich ist. Erleichtert nahmen Anwohner und Einsatzkräfte diese Nachricht auf.

Die anwesenden Anwohner dankten den DRK Helfern für ihren guten Einsatz und viele sagten, dass sie sich sehr wohl beim DRK gefühlt hätten. Ein derart positives Feedback durch Betroffene ist heute nicht selbstverständlich und hat die Einsatzkräfte sehr gefreut.

Vertreter der Stadt Grevenbroich, des Rheinkreis Neuss und der Feuerwehr / Polizei Grevenbroich zeigten sich sehr beeindruckt und dankbar über die sehr gute Leistung der DRK-Kräfte, insbesondere wenn bedacht wird, dass nahezu alle DRK-Kräfte ihre Arbeit ehrenamtlich verrichten.
Der Leiter des Einsatzstabes des DRK Kreisverband Grevenbroich, Kreisbereitschaftsleiter Martin Scherhag dankte allen Helfer/innen noch während des Einsatzes persönlich für die Mithilfe und die hohe Zahl an Einsatzkräften vor dem Hintergrund, dass der Einsatz während „normaler Arbeitszeit“ und während der Hauptreisezeit stattfand. Ein ganz besonderer Dank galt der Einsatzführung vor Ort, den Zugführern Laura Michaelis und Michael Tollhausen und dem vor Ort tätigen Leiter Führungsdienst Marcel Büttgenbach.

Gegen 19.30 Uhr begann die Rückfahrt der Einsatzkräfte zu den Unterkünften, nachdem die Schule zurückgebaut wurde und die Spuren des Einsatzgeschehens beseitigt waren. Der Einsatzstab des DRK Kreisverband Grevenbroich beendete seine Tätigkeit um 20.30 Uhr. Insgesamt fielen ca. 500 Einsatzstunden an.

Grevenbroich, den 03.08.2017

Martin Scherhag
Kreisbereitschaftsleiter